Berichte von 01/2014

Ein schwieriges Encounter...

Mittwoch, 29.01.2014

Meine Backhandler-Prüfung heute, war das letzte Encounter des Tages und nicht gerade leicht. Für die Prüfung muss man ja nehmen was man bekommt und kann sich das ganze ja nicht aussuchen, da man ja später auch mit allem klar kommen muss. Ich hatte ein bischen Pech,d da ich zwei Erwachsene mit einem kleinen Kind hatte.

Kinder sind natürlich immer so eine Sache, da sie häufig im Encounter plötzlich Angst vor dem Geparden bekommen, oder ganz im Gegenteil keine Angst haben und dem Geparden zu nahe kommen. Oftmals schreien Kinder dann auch rum oder rennen plötzlich los; nicht gerade die beste Idee bei einer Raubkatze.

Ich sagte also den Eltern, während ich sie zum Gehege brachte, dass sie die ganze Zeit über die Hand des Kindes festhalten sollen, da Kinder meist überreagieren, wenn die Katze sich schlagartig umdreht und losrennen. Das Festhalten sollte verhindern, dass das Kind weit kommt oder noch schlimmer, vor die Katze rennt. Außerdem sagte ich ihnen, dass das Mädchen neben dem Handler sitzen würde.

Zu meinem Pech hatte ich auch noch unseren Geparden Enigma, der bei Encountern am schwierigsten war, da er ab und zu plötzlich entschied, dass er jetzt keine Lust hat und dann schon mal dem Backhandler eine krallt oder die Besucher anfaucht. Tolle Aussichten...

Und dann machte ich erst mal alles so wie ichs gelernt habe. Am Tor angekommen suchte ich Blickkontakt mit dem Handler und wartete auf das Zeichen. Dann öffnete ich die Tür und ließ die Besucher direkt am Zaun daneben warten, bis ich das Tor wieder geschlossen hatte. Während ich auf das Startzeichen des Handlers gewartet hatte, hatte ich Zeit, die Situatoon zu analysieren: wo liegt der Gepard und in welche Richtung schaut er. Dadurch konnte ich den Laufweg planen.mIch führte die Gruppe in einem Halbkreis von hinten an Enigma ran.

Der nächste Schritt war das Platzieren, bei dem man auch wieder einiges beachten muss. Die Besucher müssen sich hinter den Gepard knien, so wie es ihnen bei der Sicherheitseinweisung gezeigt wurde: ein Knie am Boden, eines oben, damit sie jeder Zeit schnellaufstehen können um dem Geparden Platz zu machen, wenn er herum rollt oder aufsteht. Die Besucher durften <richtig nahe ran, so dass sie bequem streicheln konnten ohne den Arm zu strecken, aber ich musste darauf achten, dass das zappelnde Kind nicht die Katze mit den Füßen erwischte. Da das Mädchen sich nicht hinkniete sagte ich der Mutter, dass es sich auf ihr Knie setzten könne. Somit hatte die Mutter auch einen Arm um das Kind. Erste Hürde geschafft.

Bisher hatte ich im Training immer jemanden dabei, der Fotos gemacht hat. In der Prüfung ist man auf sich allein gestellt und muss alles selber machen. Der schwierige Teil ist also, dass man den Platz neben den Besuchern verlassen muss um vor die Katze zu gehen und Fotos zu machen. In dieser Zeit hat man kaum die Möglichkeit einzugreifen, wenn etwas passiert. Solange ich neben der Gruppe bin kann ich dazwischen gehen, wenn der Gepard herumrollt und notfalls die Leute mit Gewalt zurückzerren, wenn sie nicht auf meine Anweisung, aufzustehen und zurückzuweichen reagieren und so Gefahrensituationen schneller entschärfen. Solange ich vorne stehe und Fotos mache, brauche ich einen Moment bis ich bei den Leuten bin und muss mich darauf verlassen können, dass sie, bis ich bei ihnen bin, tun was ich sage; ich kann schließlich schlecht über den Geparden hinweg hüpfen.

Während dem Encounter muss man den Leuten dann auch noch Informationen geben, also volles Multitasking: Leute im Auge behalten, Katze beobachten, Fotos machen und reden - gleichzeitig. Ich war also vor Enigma, als das Kind sich dazu entschied panische Angst vor dem Geparden zu bekommen. So schnell ich konnte war ich wieder neben der Gruppe und versuchte alle zu beruhigen. Das Kind begann zu schreien und zappelte rum. Ich fragte die Gruppe ob sie das Gehege verlassen wolle und dass ich sie jeder Zeit rausbringen würde. Die Elltern meinten nur: "Ach das ist schon ok" Grrr super, ich schielte immer wieder zu Enigma, doch der zeigte glücklicherweise keine Reaktion, ganz im Gegenteil zur Handlerin, die sich immer mehr darauf konzentrierte die Katze notfalls zurück zu halten. Das Kind beruhigte sich nicht mehr, ich war voll und ganz damit beschäftigt, die Leute in Position zu halten (das kind versuchte sich immer wieder loszureißen... warum machen Eltern so was, wenn sie doch sehen, dass das nichts wird) und nebenbei noch ein paar Sätze zu sagen. Immer wieder fragte ich die Eltern eindringlich "Should I take you outside?!". Ich war heilfroh, als ich die Gruppe mit dem immer noch schreienden Kind endlich rausführen konnte. Es gibt eine ungefähre Encounterzeit, die je nach Situation auch kürzer ausfallen kann, dieses Encounter war relativ kurz, da mir die Situation zu gefährlich wurde, aber ich denke, die Handlerin hätte früher oder später ohnehin gesagt, dass die Gruppe raus muss.

Wenn man keine Fotographen dabei hat ist auch das nicht so einfach, da ich immer hinter der Gruppe und somit zwischen Besuchern und Gepard bleiben muss. Wenn man also niemanden hat, der voraus läuft, muss man die Leute immer regelrecht vor sich her treiben, da sie immer auf einen warten. Zur Sicherheit gehört auch, dass der Backhandler sich immer regelmäßig umdreht um die Katze im Blick zu haben, nicht dass der Gepard plötzlich angerannt kommt.

Ich brachte die Gruppe zurück zur Briefing Area und ging dann wieder in Enigmas Gehege, wo die Handlerin und Yogi, der Prüfer, der sich die ganze Zeit im Hintergrund gehalten hatte, auf mich warteten. Das das Encounter eine Katastrophe war wusste ich selber, ich ging also davon aus dass ich durchgefallen war...

Als ich die beiden erreichte sagte ich nur: "Tut mir leid, das war ziemlich chaotisch"

Yogi meinte dann nur: "Ja, war aber auch ein schwieriges Encounter"

Völlig überrascht stellte ich fest, dass er mit der Prüfung weiter machte und mich abfragte:

"Was machst du, wenn ein Gepard der Gruppe gegenüber, die du gerade reinbringst, aggressives Verhalten zeigt, wie z.B. fauchen oder intensives anstarren?"

"Ich bringe die Gruppe unverzüglich wieder nach draußen."


"Was machst du wenn ein Gepard einen Besucher beißt und nicht mehr von ihm ablässt?"

"Der Handler ist für die Katze verantwortlich, ich bin für die Besucher verantwortlich. Ich versuche die Person zu beruhigen und sorge dafür, dass sie absolut still hält, notfalls zwinge ich sie dazu. Außerdem sorge ich dafür, dass der Rest der Gruppe zurückbleibt"

"Was, wenn du in so einem Fall einen Fotographen dabei hast?"

Das war der Punkt wo ich mir ncht sicher war, zuvor hatte ich die Handlerin genau das gefragt: kann ich den Fotographen anweisen, den Rest der Gruppe nach draußen zu bringen? Sie wusste es auch nicht sicher und meinte, vermutlich ist es besser, wenn das Tor zu bleibt.

"Äh ja, das war das worüber wir vorher noch geredet haben... ich kann den Fotographen anweisen mit dem Rest der Gruppe auf Abstand zu gehen und sie zu beruhigen"

"Du kannst sie auch mit ihm rausschicken, damit wir im Gehege möglichst wenig panische Leute haben, aber ok soweit passt alles"

Und damit war ich aufgesignt!!! Mandy, die anwesende Handlerin fragte mich nachdem Yogi wieder weg war, ob ich mich noch ein wenig zu Enigma setzen möchte (was für eine Frage) und gab mir noch ein paar Tips, vor allem, da ich mit Enigma noch nicht so viel Erfahrung hatte, weil die meisten Encounter mit Harris oder Joseph stattfinden.

Kleine Style-Änderung

Dienstag, 28.01.2014

Schon seit Wochen plante ich eine kleine Frisuränderung und heute war es endlich so weit:

Ich suchte schon lange verzweifelt nach einem Friseursalon in der Nähe, der das sog. Braiding, also Zöpfe flechten anbietet. Naja, erfolglos. Unsere Koordinatorin Antje bot dann an mich zu einem Friseur mitzunehmen. Allerdings hatten wir da ein bischen unterschiedliche Vorsstellungen von "Friseur"... Sie hielt bei einem Straßenstand.

Ok, das war eigentlich nicht so das was ich wollte, hauptsächlich aus Qualitätsgründen, aber gut. Ich kam mir ein bischen vor wie im Zoo, der Stand war natürlich offen und ich saß da mittendrin auf einem Plastikstuhl und jeder der vorbei kam, gaffte mich an. Naja lag vielleicht auch daran, dass ich die einzige Weiße im gesamten Viertel war, welches mir relativ arm und ein wenig heruntergekommen erschien, also nicht grade die Top-Touri-Gegend, wahrscheinlich haben die sich alle gefragt, was zur Hölle ich hier mache. Die Besitzerin des Standes musste ein paar Mal neugierige Passanten verscheuchen, die schon fast bei mir auf dem Schoß saßen. War schon ein bischen ein merkwürdiges Gefühl.

Eine der Frauen am Stand zog los, um Kunsthaar zu kaufen, da sie keines auf "Lager" hatten, das lang genug für meine Mähne war. Zurück kam sie dann mit mehreren Packungen, mit einem Meter langen schwarzen Haarbündeln. Das ganze einzuflechten dauerte circa drei Stunden, was ja vergleichsweiße schnell ist. Das Ergebnis: mein Haarvolumen hatte sich verdreifacht und das ungewohnte neue Gewicht zog ganz schön runter, aber es sah so aus wie ich es mir in etwa vorgestellt hatte.

Ich hatte mir die Haare nicht am Kopf entlang flechten lassen, da sich alle, die ich bisher mit solchen Zöpfen angetroffen hatte, sagten, dass es sehr schmerzhaft sei, da die Zöpfe so fest angezogen werden. Dennoch hatte ich mit meinen losen Zöpfen drei Tage lang Kopfschmerzen, bis sich alles ein wenig gelockert hatte.

Vorher... ...nachher ;)

"Eins, zwei, drei, um!"

Sonntag, 26.01.2014

Heute durfte ich zum ersten Mal mit ins Löffelhundgehege! Zwar nur zum Gehege reinigen, aber egal ich war bei den Füchsen drin Lachend.

Neugieriger Löffelhundwelpe

Also bin ich mit meinem Eimer und meiner Schaufel durchs Gehege, während die drei Fuchswelpen mich ganz genau beobachteten. Diese Tiere sind unglaublich neugierig und so schlichen sie sich immer ganz vorsichtig von hinten an und stellten sich hinter mich, um zu sehen, was ich da so trieb. Jedes Mal, wenn ich mich zu ihnen umdrehte, rannten sie alle ganz schnell weg und versteckten sich... Eine Minute später standen dann wieder alle hinter mir Zwinkernd "Eins, zwei, drei, um" mit Füchsen.

Als CO dann für Besucher öffnete, ging der Stress wieder los, da ein paar Mitarbeiter krank waren und ich wieder so ziemlich jede Tour geben musste.

Ansonsten passierte eigentlich nicht viel ausergewöhnliches, abgesehen davon, dass wir Besuch von der australischen Frauen-Hockeynationalmannschaft bekamen. (Hab mich ehrlich gesagt noch nie für Hockey interessiert...)

Wo die Ozeane aufeinander treffen

Samstag, 25.01.2014

Für meinen freien Tag hatte ich einen Ausflug ins Two Oceans Aquarium an der Waterfront geplant. Deshalb war ich dankbar bei Franzi, die in ein Museum unterwegs war, mitfahren zu können.

Wir frühstückten zunächst auf einem Markt in Stellenbosch und fuhren dann weiter nach Woodstock, wo wir ein wenig umherschlenderten und uns die Läden anschauten. Danach trennten sich unsere Wege. Mit dem Zug gings dann noch eine Station weiter nach Kapstadt rein und dann hatte ich noch einen ordentlichen Fußweg vor mir, um zur Waterfront zu kommen.

Das Aquarium war wirklich schön und zeigte die enorme Artenvielfalt vor der Küste, da hier, genauer genommen am Cape Agulhas, die warmen und kalten Wasserströme des Atlantischen und des Indischen Ozeans zusammentreffen.

Feuerfisch Muräne Krabbe Ein Cowfish spiegelt sich an der Wasseroberfläche

Und in folgendem Video nehme ich euch mit auf einen kleinen Rundgang ;) Viel Spaß beim Anschauen!

Anschließend verbrachte ich noch etwas Zeit an der Waterfront und wieder zurück in Somerset West ging ich noch mit Jana und Lars im Ocean Basket Sushi essen. Das Restaurant liegt direkt am Meer und wir hatten eine wunderschöne Sicht auf den Sonnenuntergang.

Paparazzi

Freitag, 24.01.2014

Ich hatte gerade die Hunde gefüttert und machte mich auf den Weg zu einem der vielen Gartenschläuche um Hände zu waschen, als von der Seite auch schon ein "Excuse me?" kam. Ich drehte mich um und bemerkte voller schrecken erst jetzt die riesige indische Gruppe von ca. 30 Leuten, die sich auf der kompletten Treppe der Aussichtsplattform niedergelassen hatte und mich jetzt hoffnungsvoll anschaute. "Can you please take a grouppicture for us?" Tja, da kann man ja schlecht nein sagen (nicht, dass das jetzt falsch rüberkommt, ich mache gerne Fotos für Besucher, aber mit indischen Gruppen habe ich schon einiges durch gemacht und meine Befürchtungen bestätigten sich auch dieses Mal). Ich machte dann nicht ein Foto, sondern mit jedem verdammten Handy und jeder Kamera der Gruppe musste ja extra eins gemacht werde, weil man die Fotos in unserem Zeitalter ja unmöglich austauschen kann... Während ich Fotos von ihnen gemacht habe, machten sie dann Fotos von mir beim fotografieren!? Ok, wems Spaß macht... Dann war ich nach einer Viertelstunde entlassen und floh in die Briefing Area.

Dort kam die Gruppe dann schließlich auch an und wir haben uns an die Sicherheitseinweisung gemacht, wobei die Hälfte von denen eh nichts verstanden hat. Da wir das Fotoproblem bei solchen Gruppen ja schon kannten, sagten wir, dass wir pro Vierergruppe nur zwei Kameras erlauben. Es waren dann trotzdem wieder mehr, weil die dann mit aller Gewalt versuchen noch Handys mit rein zu schmuggeln (so was wie: aus Sicherheitsgründen machen wir die Fotos, kennen die anscheinend nicht). Ich kam also zum Fotos machen mit ins Gehege (jeder wollte ein Video und Fotos haben, manchmal frage ich mich, wie die sich das vorstellen, wie ich mit vier Kameras Fotos und Videos gleichzeitig machen soll?!?!). Ich wurde schon die ganze Zeit während der Sicherheitseinweisung gefilmt und auf dem Weg zum Gehege schrien die jenigen der Gruppe, die auf der Plattform geblieben waren und jede unserer Bewegungen auf Film festhielt, herum, dass wir doch in die Kameras schauen sollten. Ich hatte schon voll Angst, dass sie mit ihrem Lärm die Geparden wahnsinnig machten.

Die Encounter waren dann so chaotisch wie erwartet... Die Geparden waren unruhig und die Gruppe zeigte keinerlei Respekt vor den Tieren. Einer schubbste sogar den geparden, da er ein Foto mit einem stehenden Gepard wollte!!!! Wie dumm sind eigentlich manche Leute?!?!?! Das ist immer noch eine Raubkatze!!! Aus solchen Gründen müssen wir Encounter dann abbrechen. Nachdem wir das endlich alles hinter uns hatten musste jeder Mitarbeiter noch mit den einzelnen Besuchern für ein Foto posieren und dann waren sie endlich wieder weg. Jetzt weiß ich auch warum immer alle Backhandler wegrennen, wenn eine indische Reisegruppe ankam. Ich will jetzt nicht alle in eine Schublade stecken, aber 90% waren wirklich so extrem und haben sich selten an die Sicherheitseinweisungen gehalten.

Gegen Mittag ging noch jemand mit unserem Karakal Malaika spazieren und ich durfte mich ein wenig dazu gesellen, um endlich mal Fotos von unserer nachtaktiven Katze zu bekommen. Auf einmal kam Malaika direkt auf mich zu; ich wusste nicht so recht, was ich machen soll (ruhig stehen bleiben oder ausweichen) und wollte ihr gerade langsam Platz machen, als die Mitarbeiterin, die sie an der Leine führte, meinte: "Bleib stehen, wenn sie sich an deinen Beinen reibt kannst du sie ruhig streicheln"

Wow!!! Ich habe tatsächlich ein Karakal gestreichelt, die sind noch viel weicher als Geparden! Die Mitarbeiterin erzählte mir, dass man früher auch mit Malaika Encounter gemacht hat, sie allerdings dafür zu wählerisch wäre und sich nur von manchen Leuten streicheln ließ.

Malaika liegt im hohen Gras Spaziergang mit Malaika *schleck* ;) Ich liebe ihre Gesichtszeichnung

Nach diesem coolen Erlebnis trainierte ich noch ein wenig fürs Backhandling und durfte später auch zum ersten Mal zu den Gepardenkätzchen mit rein!

Cub ;)

Insgesamt war der gesamte Tag relativ stressig, da wir heute nur zwei Tourguides waren und ich einen regelrechten Tourmarathon hinlegen musste.

Am Abend trafen sich alle bei Nicole zum Braai (Grillfest) um den Abschied dreier CO-Voluntäre zu feiern und anschließend gings noch ins Catwalk, einen der beliebtesten Clubs in der Studentenstadt Stellenbosch.

Tafelberg

Samstag, 18.01.2014

Franzi, Fiola, Sophie und ich fuhren gleich morgens nach Kapstadt rein.

Unser Ziel war der botanische Garten Kirstenbosch, der sich entlang des Hangs am Tafelberg erstreckte.

Kirstenbosch Ein Perlhuhn lugt vorsichtig hinter einem Busch hervor Nilgans

Wir durchquerten den Park und begannen den Aufstieg zum Tafelberg über den Skeleton George immer höher und höher. Der Weg stellte uns vor unerwartete Herausforderungen, so fern man überhaupt von einem Weg sprechen kann. Zunächst begann alles mit scheinbar niemals endenden Stufen, bei denen wir ordentlich ins Schwitzen gerieten, vor allem, da es bereits richtig heiß wurde. Plötzlich endete der befestigte Pfad und wir mussten uns unseren Weg über ein Geröllfeld und einen kleinen Wasserfall suchen und immer wieder klettern. Zeitweise ging es nur über wackelige Leitern weiter. Mir machte das ganze total Spaß, aber die Route ist wirklich nichts für schwache Nerven Lachend.

Unser Irgendwann gings dann nur noch über Leitern weiter Und ein Geröllfeld hinauf

Als wir endlich die Baumgrenze erreichten, ahnten wir noch nicht, dass weniger als die Häfte des Wegs hinter uns liegt, da wir den Table Mountain ja noch komplett überqueren mussten. Aber wir waren von der atemberaubenden, rauen Landschaft fasziniert und sogen die ersten Blicke hinab ins Tal förmlich in uns auf. Überall um uns herum blühten die schönsten wilden Blumen und wir sahen sogar Südafrikas Nationalblume, die King Protea, in ihrem natürlichen Umfeld.

Ausblick oberhalb der Baumgrenze Wilde Blumen Südafrikas Nationalblume: die King Protea So sieht`s auf dem Tafelberg aus ;)

Je höher wir kamen, desto kälter wurde es dann auch... und der Weg schien einfach kein Ende zu nehmen. Doch schließlich erreichten wir den höchsten Punkt des tafelbergs nach etwa vier Stunden Fußmarsch völlig erschöpft vom ständigen gekletter.

Eine atemberaubende Kulisse Interessante Felsformationen... Ausblick auf Robben Island Der höchste Punkt des Tafelbergs

Danach brauchten wir noch einmal eine halbe Stunde bis zur Bergstation.

Für diese Aussicht hat sich der beschwerliche Aufstieg gelohnt!

Die schöne Aussicht entlohnte uns auf jeden Fall für unsere Anstrengungen und ich kann jetzt sagen, dass ich den Tafelberg bezwungen habe Zwinkernd.

Mit der sich selbst drehenden Gondel (merkwürdiges Gefühl, brauche ich nicht noch mal) gings runter ins Tal, von wo wir uns mit dem Taxi wieder nach Kirstenbosch fahren ließen, wo unser Mietwagen stand.

Im botanischen Garten angekommen stürzten wir uns im Moyo völlig ausgehungert auf unser Essen. Ich probierte Springbok, war aber davon nicht so sonderlich überzeugt (als Biltong schmeckt der Springbok besser). Nach dem Essen gabs auch noch die für das Moyo typische Gesichtsbemalung.

Springbok Gesichtsbemalung im Moyo

Krokodil am Spieß

Freitag, 17.01.2014

Die meiste Zeit bei CO verbrachte ich in der Briefing Area, allerdings wurde ich auch hin und wieder für eine Tour ans Gate gerufen.

Ich kam gerade am Gate an und schickte, wie halt immer, die betreffenden Leute erst mal in unseren Video-Raum, wo die Kurzdoku (ca. 10 Min.) über CO lief. In den 10 Minuten, die ich dann ja immer warten muss und nichts zu tun habe, nutze ich oftmal das Wlansignal am Gate aus, um meine Mails zu checken. Zwei bis drei Minuten nach Filmstart geht plötzlich die Tür vom Video-Raum auf und die zwei Leute, die die Tour wollten, kommen raus.

Ich habe sie erst mal total irritiert über mein Handy hinweg angestarrt, bis ich mich gefasst habe und das Ding schnell wieder in meiner Tasche verschwinden ließ. Dann habe ich mich freundlich erkundigt, ob denn etwas nicht in Ordnung sei. Die Frau schaute mich nur blöd an und der Mann meinte, dass sie genug Film geschaut hätten. Oooookay... interessant, na dann.

Also habe ich sie zum Hundegehege geführt, kam noch nicht mal dazu ein Wort zu sagen, als der Mann auch schon sagte, dass er keine Lust mehr auf die Tour hätte. ?!?!?! Wiso fragen solche Leute dann bitte extra nach einem Tourguide?

Gut, dann war ich mit seiner Frau/ Freundin, was auch immer, alleine und begann ihr das hundeprogramm zu erklären. Sie starrte nur in eine völlig andere Richtung, weshalb ich mich absolut aufs aller nötigste beschränkte (ich meine für mich alleine muss ich die Tour ja nicht halten)

Vor dem Löffelhundgehege blieb sie nur kurz stehen, ich hatte gerade noch Gelegenheit, die Namen unserer Tiere zu sagen, als sie auch schon einfach weiter zum nächsten Gehege lief. Ok, dann halt keine Löffelhunde... Mit den übrigen Tieren wiederholte sich das ganze, ih sagte nie mehr als zwei Sätze bevor sie auch schon wieder weg war.

Bei den Erdmännchen meinte sie dann, dass sie jetzt zu ihrem Encounter will. Also habe ich sie, dankbar von dieser absolut merkwürdigen Tour befreit zu sein, zur Briefing Area gebracht, wo sich dann die Backhandler mit ihr rumärgern konnten.Manchmal frage ich mich echt wozu ich die Touren halte... es ist ja kein Muss, bei einer Tour mit zu machen.

Nach ihrem Encounter kam sie dann wieder zu mir und sah mich erwartungsvoll an. Also habe ich sie höflicherweise gefragt, wie ihr Encounter war und ihr dann noch einen schönen Tag gewünscht. Sie schaut mich irritiert an: "Ist die Tour jetzt zu Ende?" "Ähh, ja..." "Das war aber eine kurze Tour."

Wie bitte?!?!?! Wenn die gute Frau nicht zuhört und immer wegrennt... soll ich ihr den Rest der Tour auf dem Parkplatz geben oder was?!?! Grrr, bei manchen Leuten frag ich mich schon manchmal...

Die anderen Mitarbeiter, die meine Tour beobachtet haben, hatten immerhin ihren Spaß Zwinkernd

Wieder zurück in unserem Haus, hatte ich nur kurz Zeit mich fertig zu machen, bevor wir zu viert mit dem Zug nach Kapstadt rein fuhren. Die fahrt war nicht gerade meine schönste Zugfahrt. Der Zug in Südafrika, ist nach den Sammeltaxis, eines der gefährlichsten öffentlichen Verkehrsmittel. Die Züge fahren selten nach Plan (das wäre man sich von zu Hause ja noch gewöhnt) und bleiben manchmal einfach mitten in der Pampa stehen und fahren nicht mehr weiter, also seeeehr zuverlässig. Außerdem ist der Zug recht günstig, weshalb er natürlich auch von den ärmeren Gesellschaftsschichten genutzt wird; dadurch sind Überfälle und Diebstähle keine Seltenheit.

Am Bahnsteig in Somerset West angekommen waren wir die einzigen Weißen, wodurch wir natürlich extrem auffielen. Schlagartig verstummten alle Gespräche und jeder starrte uns an. Nicht sonderlich aufbauend... Der Zug kam mit nur wenigen Minuten Verspätung und wir stiegen in der 1. Klasse ein, da uns immer wieder eingeschärft worden war, uns nicht in der 2. Klasse aufzuhalten. Die Zugfahrt dauerte 1 1/2 Stunden und war ein wenig unheimlich. Dass die Leute sich hinter uns auf die Kopflehnen stützten und uns unverhohlen anstarrten, trug nicht gerade zum Wohlbefinden bei. Und so war ich heilfroh, als wir endlich Kapstadt erreichten und aus dem verdammten Zug raus konnten.

Vom Bahnhof war es noch ein kurzes Stück zur Longstreet, wo sich ein paar von uns im Backpackers einquartierten, da sie am nächsten Tag nicht arbeiten mussten und deshalb in Kapstadt übernachten würden. Da wir noch etwas Zeit hatten gingen wir zum Abendessen ins Mama Africa, wo wir Krokodilfleisch probierten (schmeckt wirklich wie Hühnchen, also irgendwie war ich ein bischen enttäuscht). Danach gings wieder ins Dubliner, wo wir Afras Abschied feierten.

Bloubergstrand

Sonntag, 12.01.2014

Meinen freien Tag verbrachte ich mit Franzi, Gianna und Anita zunächst auf einem Markt in Stellenbosch, bevor es weiter zum Bloubergstrand ging.

Der Strand ist wirklich wunderschön, mit direkter Sicht auf den Tafelberg Lachend

Allerdings war so ziemlich jede Person, die im Wasser war, stolzer Besitzer eines Neoprenanzugs, da das Wasser einfach zu kalt zum Schwimmen war. Deshalb ist Blouberg vor allem bei den Kitesurfern ein beliebtes Ausflugsziel. Und so entspannten wir einfach ein wenig in der Sonne und beobachteten die Kitesurfer bei ihren waghalsigen Sprungmanövern.

Sanddüne Bloubergbeach Aussicht auf den Tafelberg Kitesurfer-Invasion

Fische auf dem Trockenen...

Samstag, 11.01.2014

Letzte Nacht waren wir alle in Kapstadt, in der Longstreet im Dubliner feiern und als wir so gegen 04:00 Uhr wieder in Somerset West ankamen, war erst einmal nichts ungewöhnliches; die Überraschung erwartete uns erst so gegen 08:00 Uhr:

Unser Zimmer lag im Erdgeschoss, mit der Fensterseite zum Garten. Seit ein paar Tagen war die Pumpe im Goldfischteich repariert und so hörten wir immer das Wasserplätschern durchs offene Fenster. Von Plätschern konnte allerdings nicht mehr die Rede sein... Rauschen traf es wohl eher. Ich fragte Jana noch so: "Sag mal war das Wasser schon immer so laut?" Auch ihr kam das ganze merkwürdig vor. Also gingen wir, bevor wir zu CO fuhren, noch mal kurz in den Garten und besahen uns den Teich, oder besser gesagt, was davon noch übrig war... Das Wasser war so laut, da es nicht einfach nur von der Pumpe in den Teich lief, sondern einen halben Meter tief runter stürzte, da das Wasser auf wundersame Weise nicht im Teich blieb. Für unsere Goldfische blieb nur noch extrem wenig Wasser übrig.

Ich zog mein Handy raus und fragte Clive, ob das Wasser absichtlich abgelassen wurde. Zurück kam, dass wir Wasser rein füllen sollten. Super wir mussten eigentlich zur Arbeit, also hängte Lars, der mittlerweile auch alles mitbekommen hatte den Gartenschlauch in den Teich und dann fuhren wir los, da wir eh schon spät dran waren, in der Hoffnung, dass Clive eintreffen würde, bevor der ganze Garten überschwemmt wurde...

Technik, die begeistert...

Montag, 06.01.2014

Sry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber ich hatte keinen Internetzugriff mehr... Mittlerweile hat sich meine Zimmernachbarin einen Internetstick gekauft, den ich mitbenutzen darf, allerdings kann ich erst mal keine Fotos mehr hochladen, da ich natürlich möglichst wenig von ihrem Guthaben verbrauchen möchte... Danke nochmal Franzi!!!

Hund in der Bucht

Samstag, 04.01.2014

Da ich mittlerweile für Touren aufgesignt war, durfte ich mit dem Backhandler-Training beginnen! Backhandler sind die Personen, die die Besucher für das Encounter ins Gepardengehege bringen, dafür sorgen, dass sie die richtigen Positionen zum Geparden einnehmen und ihnen Informationen über diese eleganten Raubkatzen geben. Außerdem ist der Backhandle für die Sicherheit der Gäste verantwortlich und muss im Falle eines Gepardenangriffs um die Besucher kmmern, also dafür sorgen, dass unverletzte Personen, das Gehege schnell und sicher verlassen und verletzte Personen außer Reichweite der Katze sind und versorgt werden können.

Da bei CO keine Geparden zu den Encountern gezwungen werden und kein Gast das Gehege betreten darf, solange der Gepard nicht deutlich zeigt, dass er mit dem Encounter einverstanden ist, kam es bisher noch nie zu Raubkatzenangriffen. Desweiteren hat CO ein sehr strenges Sicherheitsprotokol, an das sich jeder zu halten hat.

Mein Training sah erst ein mal folgendermaßen aus: Ich begleitete die Backhandler bei ihrer Arbeit ins Gehege und machte Fotos von den Touristen. So konnte ich schon mal zu hören, was die Backhandler den Besuchern erzählen und konnte beobachten wie so ein Encounter abläuft, bzw. wie man Besucher in das Gehege bringt.

Wenn ich nicht bei den Encountern war, gab ich weiterhin Sicherheitseinweisungen und Touren und am Nachmittag war ich wieder fürs Gate eingeteilt.

Da Eline Geburtstag hatte, war eine große Überraschungsparty geplant. Da ich am Gate festsaß regelte mein Roommate Jana alles und am Abend fuhren Jana, Lars und ich zum vereinten Treffpunkt nach Gordons Bay. Laut Jana suchten wir eine Bar namens "Dog in the Bay". Glücklicherweise verstand unser Fahrer ds falsch und brachte uns zu der Bar mit dem namen "Dock in the Bay". Ich bezweifle, dass jemand seine bar "Hund in der Bucht" nennen würde...

Ja, da standen wir nun zur verabredeten Zeit und keiner war weit und breit zu sehen. Als eine Kellnerin vorbei kam fragten wir wo die Party statt fände. Sie meinte nur "inside" und widmete sich wieder ihrer Arbeit. Drinnen angekommen war...nichts. Und Lars fragte nur so: "Sicher, dass das der richtige Ort ist?" Also Handy raus und wir haben bei den anderen CO-Leuten angerufen, die dann meinten, dass wir richtig wären und dass sie auf dem Weg wären. Gut in Südafrika nimmts ohnehin niemand so genau mit der Pünktlichkeit. Als alle versammelt waren, ging das große Dekorieren los und dann hieß es warten, bis Eline auftauchte.

Am nächsten Morgen würden alle noch viel verkaterter als an Neujahr zur Arbeit erscheinen...

Wenn Sie mir dann bitte folgen würden...

Freitag, 03.01.2014

Soo und da ich jetzt ja Touren geben darf, möchte ich euch als kleines Special mit auf eine Tour über das Co-Gelände nehmen, dann muss ich auch nicht extra erklären wie das hier alles so funktioniert Zwinkernd und was wir hier so den ganzen Tag treiben.

Den ganzen Vorstellungskram überspringen wir jetzt mal...

Zuerst möchte ich Ihnen ein paar allgemeine Informationen geben:

Vor 100 Jahren gab es noch etwa 100.000 Geparde, heute sind nur noch 7500 übrig. Insgesamt nur noch 850 hier in Südafrika und von diesen 850 leben nur etwa 350 Geparde in geschützten Gebieten, wie Parks und Reservate, die anderen 500 befinden sich auf Farmland. Die Hauptgründe für den Rückgang sind zum einen der Lebensraumverlust und zum anderen der Konflikt mit den Farmern um das Vieh.

Der Gepard greift das Vieh im Normalfall nicht an, aber das größte Problem ist, dass er zu den wenigen tagaktiven Raubtieren gehört. Andere Raubtiere töten nachts das Vieh; der Farmer steht morgens auf, sieht seine toten Tiere und in diesem Moment läuft der Gepard vorbei... Viele Geparde werden erschossen, landen in Fallen oder fressen ausgelegtes Gift.

Und deshalb ist unser Hundeprogramm so wichtig für den Gepardenschutz:

Massive (vorne) und Jeanne

Hinter mir sehen Sie zwei unserer Anatolischen Hütehunde, Massive und seine Schwester Jeanne. Wir platzieren die Hunde in einem Alter von 6-8 Wochen auf den Farmen, wodurch sie eine Bindung zum Vieh aufbauen. Sie halten die Herde für ihre Familie und beschützten sie mit ihrem Leben. Der Gepard ist ein Tier, das Konfrontationen generell aus dem Weg geht und kommt deshalb nicht mehr in die Nähe der Farm.

Der Hund ist eine Spende und für das erste Jahr übernehmen wir Tierarzt- und Futterkosten. Nach diesem Jahr kann der Farmer entscheiden, ob er den Hund behalten möchte oder nicht. Die Farmer müssen einen Vertrag unterschreiben, dass alle Fallen und das gesamte Gift von der Farm entfernt werden und, dass sie keine Raubtiere mehr erschießen.

Etwa 98% der Farmer behalten den Hund, da sie ohne ihn jedes Jahr bis zu 30% ihrer Herde verlieren. Mit einem dieser Herdenschutzhunde verlieren sie nur etwa 1-5%. Und somit ist das Hundeprogramm so wohl für den Geparden, als auch für den Farmer ein Gewinn. Und alle Tiere, die wir hier haben profitieren ebenfalls von unserem Programm, jedes auf seine eigene Weise.

Massive wurde einst auf einer Farm platziert, aber der Farmer verkaufte seine Herde und gab ihn zurück, da diese Hunde sich nur an eine Herde binden können. Nun ist er hier als eine Art "Botschafter", um zu zeigen was wir machen, da er nicht mehr eingesetzt werden kann. Er ist übrigens unser größter Hund, wenn er steht reicht er mir bis zur Hüfte, er wiegt etwas über 70 kg.

...

Hier sehen Sie unsere Löffelhunde Janet und Brat, mit ihren Welpen.

Lassen Sie sich nicht von dem Namen in die Irre führen, denn es handelt sich hierbei um Füchse.

Janet Löffelhund-Welpen

Diese Tiere leben monogam, was bedeutet, dass sie sich nur einmal im Leben an einen Partner binden, stirbt einer der beiden, findet der andere keinen Partner mehr.

Als Janet trächtig war, grub sie diese Löcher, in denen dann die Jungen geboren wurden. Das ist eigentlich der Job des Männchens, aber Brat hat sich anscheinend dazu entschlossen faul zu sein. Immerhin brachte er ihr das Futter, damit sie die Jungen versorgen konnte. Mittlerweile ist der Nachwuchs alt genug, um den Bau zu verlassen.

Mit ihren großen Ohren können die Löffelhunde bis zu 30 cm in den Boden hinein hören, wodurch sie Würmer und Insekten ausfindig machen und diese dann ausgraben und fressen. Sie ernähren sich zu 80% von Insekten und sind auch viel zu klein, um das Vieh anzugreifen, aber sie verenden oftmals in den ausgelegten Fallen, weshalb auch sie von unserem Hundeprogramm profitieren. Die Löffelhunde sine nicht bedroht, aber wir befürchten, dass sie es bald sein könnten, wenn die Farmer mit dem Aufstellen der Fallen weitermachen.

...

In diesen beiden Gehegen halten wir unsere Servals Legacy und Baggins.

Baggins Legacy

Der Serval sieht auf einige Entfernung ein bischen wie ein Gepardenkätzchen aus. Er hat die selbe größe und ist gefleckt. Deshalb sind die Farmer oftmals verwirrt und erschießen die Servals ebenfalls. Dabei sind diese Katzen nützlich für den Farmer, da sie sich von Ratten und anderen Nagetieren ernähren.

Sie können etwa 4 m weit und 2 1/2 m hoch springen. In den Gehegen können sie Plattformen sehen; wir machen eine Art Beschäftigungsprogramm mit all unseren Tieren, für die Katzen beispielsweise platzieren wir das Futter auf diesen Plattformen, so dass sie danach springen müssen und dadurch ein bischen herausgefordert erden und ihr Futter nicht nur aus einer Schüssel fressen.

Der Serval bevorzugt Sümpfe und Feuchtgebiete, weshalb wir nicht das gesamte Gras mähen und die Wasserbecken in den Gehegen platziert haben, um es so natürlich wie möglich zu halten.

Diese Katzen besitzen weiße Flecken auf der Rückseite der Ohren, die ein wenig an Augen erinnern. Wenn ein Raubtier von hinten auf den Serval schaut, fühlt es sich angestarrt und greift deshalb nicht an. Außerdem hat der Serval die längsten Beine, im Verhältnis zur Körpergröße, von allen Katzen. Diese dienen ihm zur besseren Sicht im hohen Gras und zur besseren Reichweite bei der Jagd.

Die weißen Flecken wirken wie Augen

Servals leben in freier Wildbahn als Einzelgänger, weshalb wir zwei getrennte Gehege besitzen. Allerdings hatten wir letztes Jahr eine Überschwemmung und mussten Lagacy und Baggins in einem Gehege halten. Zunächst hatten wir Angst, dass sie miteinander kämpfen würden, doch es stellte sich heraus, dass die beiden sehr gut miteinander auskommen. Mittlerweile gibt es einen Durchgang zwischen den Gehegen und so können die Tiere selbst entscheiden, auf welcher Seite sie sich aufhalten möchten.

...

Das ist unser Karakal Malaika.

Obwohl sie wie ein Luchs aussieht, sind die beiden Tierarten nicht näher miteinander verwandt.

Malaika

Mit ihren Ohrbüscheln kann sie Veränderungen in der Luft wahrnehmen, so spürt sie beispielsweise den Luftzug eines über sie hinweg fliegenden Vogels. In diesem Fall springt sie hoch und fängt den Vogel direkt aus der Luft. Ein Karakal kann bis zu 3 m hoch springen.

Malaika wiegt etwa 15 kg, aber sie ist nicht fett, ihr gesamter Körper besteht aus reiner Muskelmasse, so kann sie zum Beispiel Tiere jagen, die drei Mal so groß sind wie sie selbst. Deshalb kann der Karakal ein Problem für den Farmer darstellen, vor allem dann, wenn gerade die Lämmer und Kälber zur Welt gekommen sind. Das ist auch der Zeitraum, in dem der Karakal Junge hat und deshalb verstärkt auf die Jagd geht. Aber mit dem Hund kommen die Karakals ebenfalls nicht näher an die Farm heran.

In jedem Ohr besitzt diese Katze 20 Muskeln, einzig und allein, um deren Bewegung zu steuern und zu kontrollieren, da Karakals über ihre Ohrenstellung kommunizieren. Sie sind Einzelgänger und müssen somit sich somit nicht zu nahe kommen, um ihre Stimmung auszudrücken.

Der Name "Malaika" ist Suaheli und bedeutet so viel wie "Engel". Und sie ist wirklich ein Engel, wenn man zu ihr ins Gehege kommt streicht sie einem um die Beine und schnurrt wie eine Hauskatze. Aber in freier Wildbahn sind diese Tiere äußerst aggresiv.

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In diesem Gehege befinden sich unsere beiden Schabracken-Schakale Ntombi und ihr Bruder Moya.

MoyaNtombi

Ntombi hat nur drei Beine, da sie eines nachts einen Unfall hatte. Wir wissen nicht was passiert ist, wir fanden sie lediglich am nächsten Morgen, mit einem dreifachen Bruch am Hinterbein. Wir haben versucht das wieder hinzubekommen,  aber Ntombi biss ununterbrochen die Schienen ab und die Wunde entzündete sich, so dass das Bein letztendlich amputiert werden musste. Aber diese Tiere sind für ihre Anpassungsfähigkeit bekannt und so rennt sie noch immer schneller als ihr Bruder Moya mit vier Beinen.

Schabracken-Schakale jagen in Paaren: einer lenkt das Beutetier von vorne ab, der andere lauert hinter dem Tier. Dreht sich das Beutetier um, um zu fliehen, gehen die Schakale auf die Kehle. Die Farmer bemerkten diese Jagdstrategie und banden ihrem Vieh Gifthalsbänder um, aber diese Tiere sind so intelligent, dass sie einfach auf andere Körperstellen losgingen. Nun sind sie bei den Farmern wirklich verhasst, da das Vieh dadurch äußerst qualvoll stirbt. Mit dem Herdenschutzhund kommen aber auch sie nicht mehr näher an die Herde.

Wenn wir die Schakale füttern und plötzlich nur noch einen der beiden sehen, wissen wir, dass wir ein Problem haben, da dann der andere hinter uns steht; sie wenden genau das gleiche Prinzip bei uns an, weshalb es ratsam ist immer beide im Auge zu behalten.

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Die nächsten beiden Tiere, sind die einzigen, die eigentlich nichts mit dem Hundeprogramm zu tun haben:

unsere Erdmännchen Sebastian und Minki.

Der Grund warum sie hier sind ist, dass wir ihnen ein zu Hause geben wollen. Sebastian war ein illegales Haustier, aber wenn man diese sozialen Tiere alleine hält brauchen sie sehr viel Aufmerksamkeit und so begann Sebastian die ganze Wohnung auseinander zu nehmen und deshalb brachte der Besitzer ihn zu uns. Minkis Familie wurde von Wildhunden getötet; ein Farmer rettete sie und da er von Sebastian wusste, brachte er Minki zu uns.

Jetzt hat sie das sagen; Erdmännchengruppen haben ein Alphaweibchen und sie ist die einzige, die Nachwuchs haben darf. Gibt es in der Gruppe ein anderes Weibchen mit Jungen, tötet sie diese und verjagt das Weibchen aus der Gruppe.

Erdmännchen leben in Kolonien von etwa 20 Tieren. Da sie wechselwarm sind kuscheln sie sich nachts alle zusammen um sich warm zu halten. Aus diesem Grund geben wir unseren Erdmännchen nachts warme Wasserflaschen.

Oftmals kann man sie in dieser aufrechten Position beobachten, das ist natürlich einerseits um nach Feinden ausschau zu halte, aber andererseits auch um den Bauch aufzuwärmen. Wenn das Erdmännchen flach auf dem Boden liegt, will es wieder abkühlen; auf diese Weise regulieren sie ihre Körpertemperatur.

Erdmännchen sind Allesfresser, so ernähren sie sich vo Obst, Fleisch und Insekten. Wir verteilen das Futter im gesamten Gehege, so dass sie danach suchen müssen. Auf diese Weise wollen wir sie ein wenig beschäftigen.

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Gegenüber können Sie Flamingos sehen.

Wilde Flamingos

Diese Vögel gehören nicht zu uns, es sind hier heimische Tiere, die herfliegen, um zu fressen, bevor sie erneut verschwinden. Der Grund warum diese Flamingos weiß sind ist, dass wir keine Shrimps in diesem See haben. Flamingos haben immer die Farbe ihrer Nahrung.

Was Sie hier sehen ist die Jagdtechnik dieser Vögel. Sie stampfen zunächst mit den Füßen um Krebschen aufzuscheuchen. Danach gehen sie mit dem Schnabel ins Wasser und öffnen und schließen ihn in schneller Folge. In ihrem Schnabel befinden sich kleine Häärchen, die wie ein Sieb funktionieren. Das Wasser fließt ungehindert hindurch, wohingegen die Beute hängen bleibt. Dann muss der Flamingo nur noch den Kopf zurücklegen und schlucken.

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Das ist unser Welpe Morrison und seine Mutter Mercedes.

Morrison Mercedes

Mercedes ist unsere Zuchthündin, sie hatte einen Wurf von neun Welpen. Acht von ihnen sind bereits auf Farmen. Wir haben nur Morrison als zukünftigen Zuchtrüden behalten, da er ein sehr kurzes Fell hat und wir solche Hunde züchten wollen. Für Massiv mit seinem dicken Pelz ist es in Südafrika einfach zu warm.

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Das hier ist unser Running-Enclousure.

Vielleicht können Sie von hier aus diese kleinen roten plastik "Pilze" sehen. Das ist ein Seilzug-System, das Sie vielleicht von den Greyhound-Rennen kennen. Wir spannen ein Seil und lassen die Geparden ihrem Lieblingsspielzeug nachsetzten. Wir machen die Runs zweimal die Woche, um unsere Katzten herauszufordern. Aber man muss dazu sagen, dass das Rennen den Geparden keinen Spaß macht und sie dnur rennen, wenn sie müssen, um zu jagen oder um vor anderen Raubtieren zu fliehen. So ein Gepard schläft 16 bis 18 Stunden am Tag, nur um seine Energie halten zu können. Nach der Jagd muss ein Gepard erst einmal eine halbe Stunde Pause machen, bevor er überhaupt fressen kann. Drei unserer Katzen haben Spaß an den Runs, die übrigen stehen einfach nur da und schauen dem Spielzeug nach.

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Von denjenigen unter Ihnen, die Encountertickets gekauft haben verabschiede ich mich hiermit schon einmal und wünsche Ihnen ein schönes Encounter, Sie können sich direkt zur Briefing Area begeben. Sie werden die Informationen zu unseren Geparden im Encounter bekommen. Der Rest von Ihnen kann mir gerne auf die Aussichtsplattform folgen.

Insgesamt haben wir hier neun ausgewachsene Männchen und sechs Kätzchen. Wir arbeiten ausschließlich mit Männchen, da diese sozialer als die Weibchen sind. In freier Wildbahn formen sie Rudel für einen  besseren Jagderfolg und um ein größeres Territorium halten zu können. Die Weibchen dagegen leben als Einzelgänger.

Wie Sie sicher wissen, ist der Gepard das schnellste Landsäugetier. Er kann eine Geschwindigkeit von bis zu 110-120 km/h erreichen, diese Geschwindigkeit allerdings nur etwa 20-30 Sekunden lang halten, bevor der körper zu überhitzen beginnt. Schafft es die Beute solange zu entkommen, gelingt ihr unweigerlich die Flucht.

Der ganze Körper des Geparden ist fürs Rennen ausgelegt. Er besitzt einen stromlinienförmigen Körperbau und einen kleinen Kopf für weniger Luftwiederstand. Die Knochen sind sehr leicht und die Schulterblätter sind nicht direkt über Knochen mit der Wirbelsäule verbunden, sondern nur über Muskelstränge, was es dem Geparden ermöglicht größere Schritte zu machen. In einem Schritt kann ein sprintender Gepard bis zu 8 m abdecken, er fliegt also fast schon durch die Savanne.

Der lange Schwanz dient der Balance und wie eine Art Ruder für die schnellen Kurven und Seitenwechsel. Die Krallen sind immer ausgefahren, der Gepard kann sie nicht wie andere Katzen komplett einziehen. Er kann sie lediglich weiter ausfahren, um beim Rennen bessere Bodenhaftigkeit zu haben, was etwa den Effekt von Spikes hat.

Geparde können ihre Krallen nicht einziehen Ein Gepard hat ca. 2000 Flecken Die Tränenstreifen fungieren als natürliche Sonnenbrille

Das Fleckenmuster dient der Tarnung. Ein Gepard besitzt im Durchschnitt etwa 2000 Flecken und jede Fellzeichnung ist einzigartig wie ein Fingerabdruck. Die Flecken befinden sich nicht nur im Fell, sondern auch auf der Haut. Würde man einen Geparden rasieren, wären die Flecken immer noch da. Ebenfalls der Tarnung dienen die schwarzen Streifen im Gesicht. Sie Teilen das Gesicht auf, so dass es im hohen Gras nicht länger wie ein gesicht aussieht. Außerdem haben die Tränenstreifen noch eine andere wichtige Funktion: sie absorbieren das Sonnenlicht, so dass der Gepard bei der Jagd, die hauptsächlich in den Morgen- und Abendstunden stattfindet, wenn die Sonne schräg steht, nicht geblendet wird. Die Streifen könnte man also als natürliche Sonnenbrille bezeichnen.

Hier im vordersten Gehege sehen Sie Joseph, unseren ältesten Geparden; er ist 11 Jahre alt. In freier Wilbahn erreichen Geparden ein Alter von etwa 6-8 Jahren, in Gefangenschaft werden sie 10-12, manchmal sogar bis zu 14. Er ist also schon sehr alt für einen Geparden.

Joseph (ja, ich sitze mit der Kamera gerade einen Meter vor ihm am Boden ;P)

Im Gehege dahinter befinden sich Pedro und Phoenix, die beiden sind Brüder und können deshalb zusammen gehalten werden.

Rechts hinten ist unser jüngster ausgewachsener Gepard Harris. Er ist 18 Monate alt, das ist in etwa das Alter, in dem sie von der Mutter verlassen werden. Sie geht auf die Jagd und kehrt ohne Vorwarnung nicht mehr zurück. Die Jungen bleiben daraufhin in einer Geschwistergruppe für weitere sechs Monate, bevor sich die Weibchen absondern und ihren eigenen Weg gehen. Das besondere an Harris ist, dass er Träger des Kingcheetah-Gens ist, auch wenn er es nicht nach außen zeigt. Das Kingcheetah-Gen ist ein Gendefekt, bei dem die Flecken so dicht zusammen kiegen, dass sie Streifen bilden. Ein Kingcheetah kann in freier Wildbahn nicht überleben, da seine Tarnung aufgehoben ist. Dennoch möchte die Zuchtstation weiterhin Kingcheetah züchten, da sie so schön aussehen. Aus diesem Grund wird Harri an die Zuchtstation zurück gehen, wenn er zwei Jahre alt ist.

Harris Noch mal Harris

Im Gehege vor ihm befinden sich Hemmingway und Enigma. Die beiden wurden direkt nach der Geburt zusammen getan, weshalb sie sich für Brüder halten.

Hemmingway (rechts) und Enigma

Ganz vorne können sie unsere Kätzchen sehen, sie sind 6 und 6 1/2 Monate alt. Sie stammen aus zwei Würfen, wurden aber wie Hemmingway und Enigma kurz nach der Geburt zusammen getan. Sie stammen alle aus der Zuchtstation in Pretoria und gehören uns nicht. Es ist mehr eine Art Austauschprogramm: wir ziehen die Kätzchen auf, bis sie geschlechtsreif sind und danach entscheidet die Zuchtstation in welche Einrichtungen sie kommen. Zwei unserer Kätzchen werden nach Australien in einen Zoo mit großem Zuchtprogramm kommen, die anderen vier werden in die Vereinigten Staaten gebracht, wo es ein weiteres Gepardenschutzprojekt gibt.

Unsere 6 und 6 1/2 Monate alten Cubs Playtime im Cub-Gehege

Da alle unsere Katzen handaufgezogen sind, können sie nicht ausgewildert werden, sie würden in freier Wildbahn nicht überleben. Sie wissen weder wie man jagd, noch, dass sie anderen Raubtieren wie Löwen oder Leoparden ausweichen müssen. Das Jagen können wir ihnen nicht beibringen, da es illegal ist Lebendfutter zu verfüttern und die Geparden eine sehr einzigartige Jagdtechnik haben: sie ersticken ihre Beute, indem sie ihr Maul über das des Beutetiers stülpen und diese Technik bringt ihnen normalerweise ihre Mutter bei. Außerdem gibt es nicht mehr genügend geeigneten Lebensraum. Alle Parks und Reservate haben bereits volle Populationen; würden wir dort Geparden auswildern, würden sie sich im Konkurrenzkampf gegenseitig töten.

Im für die Besucher nicht sichtbaren Bereich haben wir noch Chobe. Mit ihm können wir nicht arbeiten, da er lange Zeit in der Tierklinik verbracht hat und deshalb nicht an den engen Kontakt mit Menschen gewöhnt ist. Als er ein Kätzchen war kaute er so lange auf seinem Schwanz herum, bis ein Stück davon amputiert werden musste. Obwohl Geparden den langen Schwanz zur Balance brauchen, ist Chobe erstaunlicherweise unser schnellster Gepard. Im Running-Enclousure erreichte er eine Geschwindigkeit von 85 km/h, mehr können die Katzen dort nicht erreichen, da unser Running-Enclousure nur 400 m lang ist.

Außerdem leben im abgegrenzeten Bereich noch Max und Hector. Beide gehören der Saudischen Königsfamilie und sind ebenfalls nicht an Menschen gewöhnt, da sie bevor sie hierher kamen von einem Land ins nächste verschifft wurden und nirgendwo beleiben konnten, da Geparden nun einmal keine legalen Haustiere sind. Nun haben sie hier ein zu Hause bekommen.

Wenn Sie keine Fragen mehr haben, bedanke ich mich herzilich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag. Sehen Sie sich ruhig noch ein bischen selbst um und vielleicht entscheiden Sie sich ja noch dazu ein Encounter zu machen und einen unserer Geparden zu treffen. Der Erlös der Tickets geht vollständig in unser Gepardenschutzprojekt.

Tourguide bei CO

Freitag, 03.01.2014

Eline kam heute zu mir und meinte, dass viele der Voluntäre, die versucht hatten sich trotz der buisy-season Zeit zu nehmen, um mich für Touren zu trainieren, gesagt hätten, dass ich für mein Assesment bereit wäre und dass sie gerade Zeit hätte und ich loslegen könne. Eine Touristengruppe würde mich bereits am Gate erwarten. Ahhhh, meine ertse Tour und ich fühle mich mal so was von gar nicht bereit dafür, da ich so gut wie keine Tour bisher bis zum Ende mitverfolgen konnte und jetzt sollte ich selber eine halten. Paaanik!!!

Mit klopfendem Herzen bin ich zum Gate, Eline würde unterdessen an meinem ersten Anlaufpunkt, dem Hundegehege auf mich warten. Am Gate fragte ich nach der Tourgruppe und wurde auf eine Gruppe aus fünf Leuten verwiesen. Gut, zum Glück nur fünf und nicht dreißig. Also bin ich rüber habe mich vorgestellt und gefragt, ob es in Ordnung ist, wenn ich jetzt meine Tourprüfung mit ihnen ablegen würde. Die Gruppe war mega nett und stimmte sofort zu und meinte, sie würden keine bescheuerten Fragen stellen.

Dankbar führte ich sie nach draußen und begann meine Tour. Eline hielt sich im Hintergrund und hörte zu. Wie zu erwarten war mein Schlussteil seeeehr improvisiert, aber die mega coole Gruppe warf die ganze Zeit ein, wie interessant sie die Tour fänden (Danke, Leute!!!) und unterstützten mich so gut sie konnten. Als ich mich von ihnen verabschiedet hatte, gab Eline mir ihr Feedback: ich wüsste meine Infos, sollte aber noch mit dem Schluss etwas sicherer werden, aber da sie wusste, dass ich die Touren nie bis zum Ende mitbekommen hatte, signte sie mich auf. Damit war ich jetzt ofiziell Tourguide bei CO!

Und die nächste "Prüfung" ließ auch nicht lange auf sich warten: Lester (zuständig für die Hunde), kam kurz vor der Mittagspause zu mir und fragte mich, ob ich mit ihr die Hunde spazieren führen würde. Das war nichts anderes als ihre Art, um zu sehen, ob jemand mit Hunden umgehen konnte. Ich durfte meinen Lieblings-Anatolier Pandora ausführen und hatte zum ersten mal so ein Kalb an der Leine, diese Hütehunde wiegen mehr als doppelt so viel wie mein Husky zu Hause. Unterwegs stellte Lester mir ein paar Fragen, die ich aber alle problemlos beantworten konnte, hier war ich in meinem Element, mit den Hunden war ich von Anfang an gut klar gekommen. Und somit wurde ich zum zweiten Mal an diesem Tag aufgesignt und würde von nun an alleine Futterzubereitung und Fütterung, sowie Gehegereinigung bei den Hunden vornehmen können.

Am Nachmittag hatte ich dann meine erste offizielle Tour, ganz alleine mit einer größeren Gruppe, aber je länger ich das machte, desto sicherer wurde ich mit meinem englischen Text, den ich mir eine Woche zuvor zusammen geschrieben hatte. In ein paar Tagen würde es mir sogar richtig Spaß machen, die Besucher über das Gelände zu führen und sie über die wunderschönen Raubtiere zu informieren.

Das Kap der guten Hoffnung

Donnerstag, 02.01.2014

Die Eltern einer Zimmernachbarin Jana waren nach Kapstadt gekommen und nahmen mich ebenfalls mit auf ihre Tagestour. An dieser Stelle noch mal vielen Dank!!! Lächelnd

Unser Weg zum Kap der guten Hoffnung führte am Boulders Beach vorbei, wo etwa 3000 Brillenpinguine beheimatet sind! Allerdings musste man Eintritt bezahlen, um an den Strand zu kommen und so gaben Jana und ich uns damit zufrieden, ein paar Minuten außen entlang zu laufen und bekamen so auch ein paar Pinguine zu sehen und zwar so nah, dass man sie hätte streicheln können, hätten sie nicht wie Furien nach einem gepickt...

Brillenpinguine bei Boulders Beach

Weiter ging es am Meer entlang, wo wir immer wieder die sog. Cape fur seals (Südafrikanischer Seebär) auf Felsen erblickten, ich fand es echt wahnsinnig toll neben den Pinguinen jetzt auch noch Robben in freier Wildbahn gesehen zu haben.

Schließlich erreichten wir den Eingang zum Table Mountain National Park und mit einem Shuttlebus gings zum Capepoint. Viel sage ich dazu nicht, ich denke die Fotos sprechen für sich Zwinkernd, die Landschaft ist einfach unglaublich schön!

Table Mountain National Park Für Sandra ;) Aussicht auf das Kap der guten Hoffnung Ausblick auf den Nationalpark Überall blühten die exotisten Blumen Auf den Felsen tummeln sich unzählige Eidechsen

Vom Cape Point fuhren wir weiter zum Kap der guten Hoffnung, wobei wir unterwegs ein paar Sträuße sahen. Auch hier war der Ausblick wieder einmal atemberaubend, auch wenn man vom Wind fast weggeweht wurde.

Robben sonnen sich auf einem Felsen Kormoran

Auf dem Weg zurück durch den National Park, zeigte sich uns noch eine Zebraherde, die mich ein wenig irritierte, da ich eigentlich davon ausgegangen war, dass es in Südafrika außer den Burchell Zebras keine anderen Unterarten gibt, diese Exemplare sahen irgendwie verdächtig nach Grevy Zebras aus, aber vielleicht habe ich mich auf die Entfernung auch getäuscht.

Eigentlich war ein Abendessen im Mama Africa geplant, da dieses berühmte Restaurant an der Longstreet aber bereits ausgebucht war, entschlossen wir uns, das Addis in Cape auszuprobieren. Ein Restaurant, in dem man traditionell äthiopisch essen konnte. Was mit traditionell gemeint ist? Darüber waren wir uns auch nicht so im klaren, bis wir auch schon mittendrin waren.

Um ein korbähnliches Dingens, das eine Art  Sombrero aufhatte, waren verdammt niedriege Stühle gestellt und Hocker gestellt. Ahh ja... wo zur Hölle soll ich da meine Beine unterbringen? Der Kellner entfernte das Sombrerodingens und zum Vorschein kam eine Tischplatte... auf Kniehöhe. Also gut wir wollten uns überraschen lassen, was sonst noch so passieren würde, also legten wir unsere Handtaschen auf die hocker ab und setzten uns auf die Miniaturstühle. Als unsere getränke kamen, erklärte sich auch für was die Hocker waren, etwas verlegen packten wir unsere Taschen auf den Boden.

Dann ging das große rätseln um das Essen los, die Begriffe auf der Karte sagten keinem was und so zogen wir den geduldigen Kellner zu rate, der uns die ganze Karte erklärte. Dabei stellte sich heraus, dass wir alle mit den Fingern von einer Art großem Pfannkuchen essen würden. Häh? Naja, nachdem wir bestellt hatten, ohne immer noch nicht zu wissen, was es genau war, gingen alle noch mal auf die Toilette, um Hände zu waschen, da wir ja angeblich mit den Fingern essen würden, und warteten...

Der Kellner tauchte dann wieder mit einer silbernen Kanne und einem merkwürdig aussehendem Becken wieder auf. Jeder von uns bekam ein kleines rotes Stofftuch und dann hieß es Händewaschen am Tisch, da hätten wir uns den Gang zur Toilette auch sparen können. Danach kam er mit einem rießigen Teller an, auf dem auch so ein Sombrerodingens saß und stellte ihn auf dem "Tisch" ab. Es füllte die Tischplatte genau aus. Er hob den sonderbaren Deckel an und zum Vorschein kam der größte Crepe, den ich je gesehen habe. Darauf standen kleine Schüsselchen, mit dem jeweiligen Gerichten. Noch bevor wir wussten, was abgeht, schüttete er den Inhalt einer jeden Schale auf den Teig; also das meinten die mit wir essen alle von Hand von einem Pfannkuchen... Zusätzlich brachte er einen Korb mit... Mullbinden???? Es handelte sich um Teigrollen, die jeder von uns in die linke Hand nehmen sollte, danach rupft man sich immer ein Stück ab und greift sich damit das Essen, um seine Finger nicht mit dem ganzen Soßenzeug ein zu sauen.

Tisch und Stühle im Addis in Cape Das Essen wird auf den Das Das Essen ;)

Ich muss sagen es war total lecker und es machte super viel Spaß so zu essen, es war mal was ganz anderes Zwinkernd. Für alle die mal nach Kapstadt kommen: ich kann das Addis in Cape nur weiter empfehlen, traut euch, es ist mega exotisch und ungewohnt, aber um solche neuen Erfahrungen zu sammeln geht man ja schließlich ins Ausland!

Den Abend ließen wir in einem Cafe am Green Market Square ausklingen und somit ging ein weiterer ereignisreicher und aufregender Tag zu Ende.

Der Morgen danach...

Mittwoch, 01.01.2014

Es war 9:00 Uhr... ganz Cheetah Outreach trug Sonnenbrillen und versuchte sich irgendwie auf den Beinen zu halten. Keiner sprach ein Wort, da jeder mit seinen Kopfschmerzen zu kämpfen hatte. Und... keiner kam! Warum auch, es war der 01. und kein normaler Mensch macht am 01. um 09:00 Uhr einen netten Familienausflug ins CO! Wiederholt habe ich mir die Frage gestellt, warum ich überhaupt aufgestanden bin.

Gegen Mittag kamen dann doch die ersten Besucher, die Motivation hielt sich in Grenzen... und den Nachmittag verbrachte ich wieder am Gate.