Berichte von 02/2014

Kleines Videospecial

Dienstag, 11.02.2014

Hier noch mal eine Gesamtübersicht der Videos ;)

Home sweet home... die Zeit danach

Montag, 10.02.2014

Am Flughafen ging das ganze Spielchen von wegen Einreisekontrolle und so ja wieder von vorne los... Schließlich wartete ich wie immer panisch auf mein Gepäck (ich hab irgendwie jedes Mal, wenn das Zeug nicht gleich kommt Angst, dass es verloren gegangen ist) und bahnte mir einen Weg zur Ankunftshalle. Dort schaltete ich mein Handy wieder ein, welches nahezu explodierte und dem SMS-Andrang nur mit Mühe standhalten konnte. An dieser Stelle noch malein kleines Dankeschön an alle Wilkommensnachrichten... seit ihr wirklich um 07:00 Uhr schon aufgestanden oder habt ihr das am Abend vorher getimet?!

Ja und dann hieß es Augen zu und durch... ich trat ins Freie und... merkte von der Kälte gar nicht so viel wie ich erwartet hatte. Gut ich huschte ja auch nur von der Halle zur U-Bahnstation...

Danach gings wieder zum Hauptbahnhof und dort hatte ich glücklicherweiße gleich einen Anschlusszug. Die Landschaft, die am Fenster vorüberzog kam mir unglaublich trostlos vor; die Sonne ging gerade erst auf und die Wiesen waren noch mit Raureif bedeckt, an den Bäumen hing natürlich kaum ein Blatt. Überraschung, im Februar... gut aber es ist halt doch ein krasser Unterschied, wenn man den Großteil des Winters einfach mal so übersprungen hat.

Meine Mom holte mich vom Bahnhof ab und ich war echt froh sie wieder zu sehen, aber das emotionalste Wiedersehen erwartete mich definitiv zu Hause, als mein Hund realisierte, dass ich wieder da war Zwinkernd. Der Empfang dauerte fast eine Viertelstunde, wobei er immer um mich herumrannte, mich ansprang, jaulte und so heftig mit dem Schwanz wedelte, dass ich dachte er hebt gleich ab. Den Rest des Tages wich er nicht mehr von meiner Seite...

Ein paar Tage später gab es dann noch eimal Aufregung, als ich feststellte, dass ich an Bord meines Rucksacks einen blinden Passagier hatte: ich wachte am Morgen auf und direkt über mir an der Decke saß eine Spinne und ich flog erst mal regelrecht aus dem Bett. Eigentlich hatte ich meine Taschen vor der Abreise noch einmal gründlich durchsucht, um genau das zu vermeiden, aber das Biest muss sich wohl in meiner Kleidung versteckt haben. Nachdem ich mich vom ersten Schock erholt hatte, war dann die Jagd eröffnet und mit einem Buch bewaffnet gings los. Das Vieh überlebte dann auch noch meine ersten beiden Angriffe, obwohl ich es voll erwischt hatte und es eigentlich platt war, stand das Mistvieh immer wieder auf und lief weiter. An die Aktivisten unter euch: es war mir zu gefährlich die Spinne einfach raus zu werfen, ich meine am Ende beißt sie mich noch oder kommt wieder rein... da gehe ich lieber auf Nummer sicher. Grrrr, dieser Teil von Afrika, kann ruhig dort bleiben, da gibt es coolere Souvenirs...

Ja und wie es jetzt weiter geht? Mein nächstes tierisches Abenteuer erwartet mich bereits, dieses Mal in Form eines Voluntariats/Schnupperlehre im Zoo Zürich, voraussichtlich im Bereich Totenkopfäffchen und Huftiere. Ich bin auf jeden Fall schon gespannt, was dort auf mich zu kommt Zwinkernd

And we have nice 1°C in Munich

Sonntag, 09.02.2014

Meine Stimmung war im Keller, naja wohl eher schon irgendwo beim Erdkern unten, aber meine Zeit in Südafrika war nun einmal um. Die letzten Tage schon war ich immer hin und hergerissen, natürlich freute ich mich darauf wieder alle zu sehen und ich vermisste auch vieles aus Deutschland, aber ich hatte mich mittlerweile eingelebt, neue Freunde gefunden und den südafrikanischen Lebensstil zu schätzen gelernt. Ich hatte mich in das unglaublich schöne Land verliebt und war irgendwie auch noch nicht bereit, das alles hinter mir zu lassen.

Vieles hatte sich in der Zwischenzeit für mich verändert; ...ich hatte mich verändert. Noch nie ist es mir so schwer gefallen zu gehen.

Ich hatte mich bereits am Morgen von meinen Mitbewohnern verabschiedet, da sie entweder zu ihren Projekten aufbrechen mussten, oder ihren freien Tag nutzten wollten und Ausflüge machten. So war ich bis Mittag mehr oder weniger allein im Haus und ging fast die Wände hoch.

Um 13:00 Uhr stand mein Fahrer vor der Tür und wieder begann meine Reise. Ich sprach während der Fahrt kein Wort und starrte aus dem Fenster und nahm die letzten Bilder von Sommerset West und dem Meer in mich auf.

Der Fahrer ließ mich vor dem Flughafengebäude raus und wünschte mir eine gute Reise und sagte, ich solle Südafrika nicht vergessen. "I won`t", war alles was ich noch herausbrachte, bevor ich mich bei ihm bedankte und die Flughafenhalle betrat.

Der Flughafenin Kapstadt ist nicht besonders groß und so war das Einchecken relativ schnell erledigt, obwohl ich wieder extra herumlaufen musste, weil der Rucksack ja wieder Sperrgepäck war. Ich hatte noch reichlich Zeit und so schlenderte ich noch ein wenig herum und ging durch ein paar Läden. Bisher hatte ich auch nur gefrühstückt, da ich am Morgen den Kühlschrank ausgeräumt hatte und die wenigen Lebensmittel die noch übrig waren an meine Mitbewohner vermacht hatte. Und so machte ich mich zu einem der unzähligen Fastfoodrestaurants auf und entschied mich schließlich für einen (ich hatte die ganzen Fastfoodketten vorher noch nie gesehen). Ich bestellte ein Menü und bekam so ein komisches viereckiges Ding in die Hand gedrückt, das regelmäßig rot blinkte... Also setzte ich mich hin und wartete. Plötzlich begann dieses Ding zu vibrieren und blinkte überall hektisch auf. Ich hatte erst mal den Schock meines Lebens, ich dachte es explodiert gleich. Vorsichtig nahm ich das Gerät und ging zurück zur Theke, da das ja anscheinend das Signal war, dass mein Essen fertig war...

Danach ging ich zur Sicherheitskontrolle und suchte mein Gate, bis zum Boarding hatte ich noch über eine Stunde und so legte ich mich quer auf eine Bank, benutzte meine tasche als Kopfkissen und schlief eine Runde.

Als mein Flug zum Boarding ausgerufen wurde, war meine Stimmung nich gestiegen und so trottete ich zum Schalter. Es war tatsächlich das erste Mal, dass ich mich nicht aufs Fliegen freute.

Ich fand schnell meinen Platz im Flugzeug und wartete. Ein Mann setzte sich neben mich und ich brachte ein gequältes "Hi" zustande. Er sah mich an und meinte mit seinem südafrikanischen Englisch, an das ich mich mittlerweile so gewöhnt hatte und teilweise selbst anwendete: "Sie haben gehofft allein zu sein". Es war mehr eine Feststellung als eine Frage. "Nein, schon ok, ich wünschte nur ich müsste nicht jetzt schon zurück". Danach drehte ich mich wieder zum Fenster und starrte schweigend nach draußen.

Gut ich gebs zu, ich habe das Kribbeln im Bauch, dass ich beim Start immer verspüre trotzdem genossen, fliegen ist halt doch cool... Der Flug war relativ ereignislos, das Übliche halt und so landete ich am Abend in Johannesburg, wo ich weitere drei Stunden Aufenthalt hatte.

Erst mal wieder zur Kontrolle... Der Typ am Schalter fragte mich: "Why do you leave South Africa" "Because I have to" Er erklärte mir dann, dass ich mein Visum gerne verlängern könne, was ich leider ablehnen musste. "Was haben Sie in Südafrika gemacht?" Mist, die Frage schon wieder, ich darf ja nicht sagen, dass ich zum Arbeiten da war. "Ich habe Freunde besucht" "Also werden Sie sicher mal wieder herkommen", lächelndgibt er mir meinen Pass zurück "Ja vielleicht, eines Tages"...

Im Gegensatz zu Capetown International Airport ist der Flughafen in Johannesburg riesig und so lief ich erst einmal eine Viertelstunde, bis ich den Transitbereich erreichte. Zum Glück musste ich dieses Mal mein Gepäck nicht zum Re-check in bringen. Der ganze Transitbereich ist mega verwinkelt und man muss an allen Geschäften vorbei, immer im Zick-zack, was unglaublich Zeit kostet, also nichts für Leute die spät dran sind. Da ich noch genug Aufenthalt hatte klapperte ich gefühlte 20 Souvenierläden ab, vor allem, da ich ja noch so viel Rand in der Tasche hatte. In einem Laden wurde ich dann sogar fast das ganze Kleingeld los, weil der Verkäufer mich fragte, ob ich ihm Münzen gegen einen Zwanziger wechseln könne.

Dennoch war ich immer noch zu früh am Gate und kaufte mir noch eine Cola. Eine Viertelstunde vor Boardng kamen dann so komische Leute in Uniform und meinten, dass alle Passagiere meines Fluges noch einmal in die Passkontrolle müssten. Auch wenn sie es nicht direkt sagten, sprach ein anderer Passagier aus, was alle dachten: Terrorverdacht. dann wurde jeder Pass auf Echtheit geprüft und gescannt. Sehr beruhigend, in einem Flugzeug zu fliegen, in dem jemand sein könnte, der von den Behörden gesucht wird.

Schließlich war es so weit, mein 10 1/2 Stunden Flug nach München erwartete mich. Wieder war ich uerst an meinem Platz, dieses Mal kam ein alter Mann, ich weiß nicht, ob das an meiner düsteren Ausstrahlung lag, aber er meinte gleich: "Da vorne ist glaube ich auch noch ein Platz frei, ich gehe dorthin, dann haben Sie mehr Platz" Oook, ich hab gar nichts gemacht, ehrlich! Aber über mehr Platz beschwere ich mich natürlich auch nicht... Eine ganze Reihe im Flugzeug für mich alleine!

Trotzdem hatte ich definitiv keinen angenehmen Flug, ich war schon froh dieses mal nicht wegen technischen Problemen festzustecken, aber zu früh gefreut:

Der Flieger war gerade über Zimbabwe, das Abendessen wurde serviert, als eine Durchsage kam. Keine Ahnung was gesagt wurde, die Soundqualität der Lautsprecher war gigantisch und ich hörte auch nicht wirklich hin, da ich viel zu sehr in Gedanken war. Kaum war die Durchsage vorbei schaute mich der Typ auf der anderen Seite des Gangs mich schockiert an und fragte mich, ob ich draußen die blitze sehen könne. Blitze?!?!?! Wir sind doch jetzt nicht ernsthaft in einem Gewitter? Wie zur Bestätigung fuhr ein gewaltiger Ruck durch das Flugzeug und der Inhalt meines Bechers machte einen Ausflug auf meinen Tisch. Ich schaute raus und sah tatsächlich Blitze... na super. Es dauerte nicht lang und die Anschnallzeichen leuchteten auf. und dann gings die ganze Nacht so richtig ab, es gab doch tatsächlich Leute die da schlafen konnten! Ich legte mich als es ein bischen ruhiger wurde quer über die Sitze und versuchte mein Glück, aber schon gingen die verdammten Anschnallzeichen wieder an und der ganze Spaß begann von vorne... Irgendwann öffnete ich die Fensterklappe und warf einen Blick nach draußen; ein großer Fehler... im Flugzeug selber nahm man nur die Luftlöcher war, jetzt konnte ich anhand der Flügel sehen, dass die Maschiene extrem schwankte und ganz schön zu kämpfen hatte. Also macht ich meine Fensterbedeckung wieder runter und entdeckte, das Unterhaltungsprogramm für mich (seit wann kann man denn im Flugzeug Computerspiele zocken?!?!). Irgendwann wurde mir das aber auch zu langweilig... Wenig überraschend machte ich die Nacht wieder durch, es war auch das erste Mal, dass ich Angst hatte nicht am Ziel anzukommen, aber über Europa war der Flug zwar immer noch turbulent, aber weit ruhiger.

Über die Landung war ich dann schon sehr dankbar. Der Pilot gab durch den Lautsprecher durch, dass wir draußen "nice one degree" hätten... am liebsten hätte ich ihn erwürgt: nice?!?!?! was ist an 1°C bitte nice?!?!?!?! Ich hatte ja nicht mal eine Winterjacke...

Tearmarks and teardrops

Samstag, 08.02.2014

Mein letzter Tag bei CO begann mit einer Tour, anschließend war es wieder ziemlich ruhig. Allerdings gab es zwei Erdmännchen-Encounter und so ging ich zum Gehege und fragte die Handler, ob ich nicht nach dem Encouter auch mal mit rein könne, da es ja mein letzter Tag war und ich noch nie bei den Erdmännchen drin war und sie gerne mal kennenlernen würde.

Und eben weil es ja so ruhig war durfte ich schließlich rein und zumindest mal Sebastian begrüßen, oder er mich... Was soll ich sagen, Begrüßung Erdmännchen-Style läuft folgendermaßen ab: Sebastian rannte erst einmal um mich rum wie gestört und markierte erst mal meine Schuhe (machen die immer so, nach dem Motto: "Meins!"). Ok... danach durfte ich ihn hochnehmen, wobei er ganz zufrieden klickerte (klingt echt lustig, ein bischen wie ein angepisstes Eichhörnchen) und dann turnte er auch schon auf mir herum Zwinkernd. Natürlich musste er auch noch mal ganz genau überprüfen, ob ich nicht vielleicht doch noch Futter in meinen Mundwinkeln oder meinen Ohren versteckt habe?! (Erdmännchenlogik)

Meerkat-Encounter Sebastian genießt die Streicheleinheiten

Nach dem Encounter stank ich dann wie eine ganze Erdmännchenkolonie, da Sebastian sich die ganze Zeit an meinem Shirt gerieben hatte, um auch dort seinen Geruch zu hinterlassen... (Jetzt weiß ich wiso die Besucher beim Erdmännchen-Encounter immer mit Handtüchern zugehängt werden). Aber das war es definitiv wert, die sind so was von putzig und jetzt kann ich enlich sagen, dass ich Geparden, ein Karakal, Löffelhunde und ein Erdmännchen gestreichelt habe, wer kann das schon von sich behaupten?

Abschiedsfoto mit Kat und Jana

In der Mittagspause gabs dann Kuchen, da hat dann natürlich keiner nein gesagt und Karen minte spaßeshalber, dass ich meine 1000 Rand Deposit nicht zurückbekomme, wenn ich ihr kein Stück sichern würde, da sie im Büro blieb.

Als ich zurück zur Briefing Area ging stellte ich verblüfft fest, dass dort die Erdmännchen waren, die gerade einen Spaziergang machen durften und so hieß es: noch mal eine Runde kuscheln Zwinkernd

 

Da es ja mein letzter Tag war durfte ich noch mal zu allen Tieren mit rein und war so auch zum ersten mal zur Fütterungszeit im Serval- und Karakalgehege und hatte den Platz in der ersten Reihe, direkt vor den Plattformen, während die Besucher draußen standen und geflucht haben, weil sie immer durch den Zaun fotografieren mussten.

Servaldame Legacy Baggins

Und natürlich zog Malaika wie immer eine riesen Show ab, als sie mit atemberaubender Geschwindigkeit auf die Plattformen sprang und sich die Fleischstücke angelte (heute gabs sogar ganze Mäuse).

Malaika wartet schon ungeduldig auf ihr Futter Zum Aufwärmen erst mal nur ein umgestürzter Baumstamm Und weiter zum nächsten Fleischstückchen... Und dann gehts richtig hoch, ein Karakal schafft eine Sprunghöhe von ca. 3 m

Danach hieß es für mich Abschied nehmen von Pandora, Lucy und Togo Weinend und von da an gings dann bergab: ich hatte jetzt zwei Monate mit den Hunden zu tun und habe sie natürlich längst ins Herz geschlossen, es viel mir unglaublich schwer und als ich Pandora ein letztes Mal knuddelte, konnte ich die Tränen nicht länger zurückhalten.

Genau in dem Moment kam der Funkspruch rein, dass am Gate ein Tourguide gebraucht wird und da ich ja gerade frei war musste ich zum Tor, so hatte ich mir den Abschied nicht vorgestellt. Der Weg zwischen den Geparden Gehegen durch machte es nicht besser und ich hatte immer mehr mit den Tränen zu kämpfen, da ich wusste, dass ich jetzt nicht mehr zu den Hunden zurück kehren würde. Am Gate kam ich dann völlig fertig an und brachte nur noch ein "Sorry I can`t do this tour now, I have to go out" raus und ging nach draußen. Lexi war auch am Gate und kam mit raus und meinte nur "Sorry I thought you want to do this tour, I take it if you don`t want to" Und dann umarmte sie mich nochmal, dann kam Josh dazu und es gab am Ende ein Group-hug, was es nicht leichter machte, weshalb ich danach zu den Toiletten floh. (Die Besucher haben sich wahrscheinlich auch gefragt, was da grade für ein Drama stattfindet)

Nachdem ich mich wieder einigermaßen gefasst hatte (ich bin sonst nie so überemotional...) ging ich hoch ins Office, um mein Deposit abzuholen und mich von Karen zu verabschieden, die mir dann noch alles gute für die Zukunft wünschte. Anschließend flossen noch mal Tränen, als ich mich von den restlichen Mitarbeitern verabschiedete und dann passierte ich zum letzten Mal das Tor von Cheetah Outreach und fuhr zurück zu unserer Unterkunft, wo ich dann auch wiederwillig noch den letzten Krempel einpackte.

Ich wollte an meinem letzten Abend noch mal ans Meer und den Sonnenuntergang anschauen und so konnte ich ein paar Leute aus dem Haus dazu überreden mit zum Ocean Basket zu fahren, auch wenn keiner von ihnen Sushi mochte...

Und somit ging mein letzter Abend in Somerset West zu Ende. (An dieser Stelle muss ich leider abbrechen, da mir, einen Monat später, immer noch die Tränen hochkommen, wenn ich an diesen Tag denke)

Referat mal anders...

Freitag, 07.02.2014

Neben Touren und Encountern trainierte ich noch, wie bereits erwähnt mit unserem neuen Hund, bevor dann am Nachmittag der ganze Sicherheitswahn losging: nicht mehr zu Mercedes und Morrison rein, zum neuen Hund schon gleich gar nicht und jedes Mal beim rein und raus gehen (die die`s noch dürfen) komplett desinfizieren...?!?! What??? Is jetzt die Seuche ausgebrochen? Gut bei den Kätzchen verstehe ich die erhöhten Vorkehrungen ja noch: normalerweise müssen alle bei der Sicherheitseinweisung Hände und Schuhe desinfizieren, beim Cub-Encounter musste man das jetzt doppelt machen (ob das so viel mehr bringt ist jetzt die Frage...), da die Kätzchen ja bald auf große Reise gehen würden. Sie waren jetzt alt genug, um in ihr vorgesehenes Artenschutzprojekt nach Australien/ in die USA zu kommen und niemand wollte, dass die Tiere sich jetzt im letzten Moment noch was einfangen und es dann Probleme bei der Grenze gibt.

Am Nachmittag hatte ich dann noch ein Encounter mit einem Schulkind, dass ein Referat über Geparden halten wollte/musste? und deswegen mit seiner Mutter zu CO gefahren ist. Da CO ja eben als einen der wichtigsten Wege, zum Artenschutz, Education sieht, wird da natürlich gerne geholfen. Der Junge bekam dann ein Einzelencounter (mit mir Unentschlossen) und so habe ich ihn zu harris mit rein genommen und Pretty Bescheid gesagt, dass er Informationen für ein Referat braucht. Weil nich so viel los war, konnte ich mir zeit lassen und wegen dem Referat konnte ich dann auch ein sehr langes Encounter machen und habe so ziemlich alles erzählt was ich über Geparden so weiß. ohne den Zeitdruck konnte ich mit der Kamera des Jungen auch eine Menge Nahaufnahmen machen und fotografierte auch zum Beispiel die Pfoten mit den immer ausgefahrenen Krallen, machte Fotos von den Tränenstreifen usw., weil der Körperbau des Geparden einer der Schwerpunkte des Referats war. Da ich ja einen Geparden vor mir hatte konnte ich natürlich alles viel besser erklären als bei den Touren. Der Satz "Schau mal, hier kannst du sehen, dass die Krallen sehr stupf sind, weil der Gepard sie nicht zum Töten der Beute, sondern als Spikes zum Rennen braucht" bringt halt nicht viel wenn man 20 m von der Katze entfernt steht. Abschließend habe ich noch ein paar Fragen beantwortet und bin noch mal speziell auf den Lebensraum eingegangen und brachte den Jungen wieder raus, wo er dann noch eine kleine Führung von jemandem bekommen hat. Warum hatte ich bisher nicht so coole Möglichkeiten für ein Referat zu recherchieren? hat doch mal Style einen Geparden zu kraulen, während einem alles erzählt wird, anstatt im Informationssupf des Internets rum zu tümpeln...

Nach der Arbeit war ich noch schnell Kuchen kaufen, den ich an meinem letzten Tag mitbringen wollte... und dann stürzte ich mich ins Packen, da ich vor meiner Abreise ja keinen freien Tag mehr haben würde.

Flausch + Ohren = Bat-eared Fox ;)

Donnerstag, 06.02.2014

Nachdem ich gestern frei hatte, war ich etwas perplex, als es hieß: "Ach ja wenn du gleich Hundefütterst, wir haben übrigens einen neuen Hund, Morrisons Bruder" Ah ok, cool, der war natürlich nicht auf der Futtermengentabelle drauf, weshalb ich erst mal wieder rumrennen musste, um herauszufinden, wie der Hund heißt und was er zu fressen bekommt.

Aber er ist ja mal mega goldig, wobei er nicht die geringste Ähnlichkeit mit Morrison hat, eher mit einem Teddy (die untere Hälfte ist schwarz und der ganze Hund ist einfach nur fluffig, Morrison ist fast ganz weiß und hat richtig kurzes Fell). Ich weiß nicht was die alle für ein Theather mit diesem Hund hatten, der angeblich nichts kann, bei mir saß er schon beim ersten Mal, als ich ihn gefüttert habe, vor, zwar nicht ohne mich vorher ein paar mal anzuspringen, aber ich habe nur meine flache Hand an seine Schnauze gelegt, damit er unten bleibt und ihn vorsichtig zurückgeschoben und er saß... Der Witz an der Sache ist einfach der, dass ich am nächsten Tag noch mit ihm arbeiten würde, um ihm "Sitz" beizubringen, aber schon am Nachmittag danach wurde jedem Voluntär, der noch nicht Cub-Backhandler ist, der Umgang mit diesem Hund verboten... aus Sicherheitsgründen. ??!?!? Der Hund war nie aggressiv, sondern einfach ziemlich stürmisch, er hatte zuvor noch nie mit Menschen gearbeitet und musste halt erst mal erzogen werden, aber gleich so einen Aufstand machen? Cub-Backhandler sagt ja überhaupt nichts darüber aus, ob man mit Hunden umgehen kann oder nicht! Das Verbot wurde auch auf Mercedes und Morrison ausgedehnt (warum auch immer), aber ich würde mich da jetzt nicht weiter aufregen, da ich ohnehin bald abreisen würde, ich finde es nur einfach lächerlich, dass ich zwei Monate mit diesen Hunden arbeite, jeder weiß, dass ich mit Hunden umgehen kann und dann darf ich nicht mehr rein, aber die Cub-Backhandler kommen dann zu mir, weil sie nicht wissen, wie sie dem neuen Hund "Sitz" beibringen sollen...

Immerhin durfte ich noch zu meinen beiden Lieblingsanatoliern Pandora und Togo rein.

Die Morgenschicht war wenig überraschend die Briefing Area; seit ich die Backhandler Prüfung bestanden habe, stehe ich eigentlich so gut wie gar nicht mehr am Gate (zum Glück), da wir einen extremen Backhandlermangel aben und ich für die Encounter gebraucht werde; Tourguides gibt mittlerweile genug und ich springe nur hin und wieder ein.

Da die Busy-Season längst um war, hatten wir kaum etwas zu tun, weshalb wir Backhandler viel Zeit bei den Geparden verbringen und auch heute war ich wieder bei Joseph.

Da ich ja bald abreisen würde, hatte ich darum gebeten, dass ich mal mit zu den kleinen Raubtieren rein kann (ich war da ja schon ein paar Mal, aber halt immer nur zum arbeiten und nicht um die Tiere kennen zu lernen. Und heute durfte ich mit zu den Löffelhunden rein! Die wurden gerade mit Beeren gefüttert, da man versuchen wollte, die Fuchswelpen etwas handzahmer zu machen (die waren immer noch ein bischen schreckhaft und einer der drei hatte schon ein paar mal gebissen). Also setzte ich mich mit  ins Gehege und durfte Janet kraulen, während die Welpen um mich herumwuselten.

Löffelhundwelpe Flausch + Ohren ;) Löffelhunde können bis zu 30 cm in den Boden hören ...um Insekten aufzuspüren und auszugraben Janet Noch mal Janet

Enrichement

Dienstag, 04.02.2014

Mein Tag begann wie so oft bei CO mit Hunde füttern Zwinkernd. Da ich mich fast jeden Tag freiwillig dafür meldete, hatte ich mittlerweile eine recht gute Bindung zu den Anatolischen Hütehunden aufgebaut, vor allem, da ich mir immer noch ein paar Minuten (die ich eigentlich nicht hatte) mehr nahm um noch ein bischen mit ihnen zu schmusen.

Zu Beginn musste ich z.B. immer ins Gehege gehen und Togo entweder einfangen oder zumindest zu ihm hin gehen und dann erst mal dazu motivieren, mir nach draußen zu folgen (Togo mag glaube ich das Halsband nicht besonders... muss aber zur Fütterung von den anderen Hunden getrennt werden, da er wenn`s ums Futter geht immer aggressiv wird). Jetzt hatte ich ihn schon so weit, dass er sich an mich gewöhnt hat und mich bereits am Tor begrüßte und auch sofort ins Zwischengatter lief, wenn ich die Tür öffnete.

Danach gings wieder zur Morgenschicht in der Briefing Area, also wieder Sicherheitseinweisungen, wobei ich momentan eigentlich fast ausschließlich Encounter mache. Mittags war ich dann kurz im Shop (die langweiligste Arbeit bei CO).

Und dann gabs wieder Encounter, wobei ich Zeuge einer faszinierenden Beziehung zwischen Mensch und Tier wurde:

Ich hatte gerade eine Gruppe zu Harris Gehege gebracht und wartete auf meine "Starterlaubnis". Das Problem war, dass Harris direkt am Zaun lag und ich so natürlich keine Leute von hinten an ihn heranführen konnte. Pretty (bevorzugte Handlerin für Harris) saß in der Mitte des Geheges, da sie zuvor nichts zu tun gehabt hatte und Harris natürlich nicht an der Leine hat, solange niemand da ist. Da wir die Geparden ja nicht zu den Encountern zwingen, wollte ich schon wieder umdrehen, als Pretty meinte: "Warte, er kommt gleich" Sie stand auf, Harris beobachtete sie sofort aufmerksam. Dann ging sie den halben Weg auf ihn zu und schließlich stand er auf. Pretty drehte sich um und ging zurück zum Unterstand, Harris folgte ihr langsam. Schließlich drehte Pretty sich um und als Harris schnurrend vor ihr stehen blieb gab sie ihm ein kurzes Handzeichen und er setzte sich. Und das ganze ohne ein Wort zu sagen, Harris wusste genau was sie von ihm wollte und fühlte sich sichtlich wohl bei ihr (dem Schnurren nach zu urteilen, dass ich sogar noch vor dem Gehege hören konnte Zwinkernd). Da erzähl mir noch mal jemand, dass man Katzen nicht erziehen kann Zunge raus.

Später gabs dann wie eigentlich jeden Tag noch Enrichement (Beschäftigungsprogramm für die Tiere, damit sie etwas Abwechslung haben und körperlich und geistig herausgefordert werden). Hier mal ein paar Fotos vom Cub-enrichment:

Cub-enrichement mit einem Whiptoy Das süßeste Cub-Foto ever <3 können diese Augen lügen?

Was ihr auf den Bildern sehen könnt sind sog. Whiptoys, also eine Art Peitsche, an deren Ende ein Spielzeug befestigt ist (kennt ihr vielleicht auch von euren Hauskatzen), dem die Katzen nachjagen. Für die Cubs gibt Plastikflaschen und Plüschtiere, für die Füchse gibts auch was Plüschähnliches und Malaika bekommt so ein Federgebilde, was ihre bevorzugte Beute in freier Wildbahn (Vögel) nachahmt. Andere Enrichmentformen die es bei CO gibt, sind: für die Geparden ausgehöhlte und mit Fleisch gefüllte Wassermelonen, bei denen sie dann versuchen müssen das Fleisch heraus zu bekommen (ziemliche Sauerei jedes Mal), die Schakale bekommen Eier und ihr Futter wird im Gehege versteckt, die Erdmännchen bekommen manchmal mit Beeren gefüllte Eierkartons, für Malaika gibts in Papier und Karton verpacktes Fleisch und für die Cubs und die Servals gibts Wasserbecken, in denen Spielzeug schwimmt, dass sie dann herauszuangeln versuchen usw...

Am Abend haben wir dann noch einen Goodbye Braai für Franzi, Johanna, Lars und mich veranstaltet, zu dem alle eingeladen waren.

Aua...was zur Hölle!?!?!

Sonntag, 02.02.2014

Ich durfte heute mit ins Cub-Gehege!!! Die kleinen Monster, wie Eline sie immer nennt, sind einfach verdammt putzig Zwinkernd. Ich folgte Eline also ins Gehege, was gar nicht so leicht ist, da die Gepardenkätzchen immer alle gleich die Eingangstür belagern und man erst einmal über den ganzen Flauschberg drübersteigen muss. Eline meinte nur: "Komm mit" und wir ließen die Kätzchen einfach stehen, gingen durchs Gehege zum Unterstand und setzten uns ins Stroh. "And now have the cheetahs approaching you!"

Omg, das war ein unglaublicher Moment, als ich da so am Boden saß und vier Miniatur-Geparden langsam auf mich zu kamen. Dann war natürlich erst mal schmusen angesagt Zwinkernd.

  

Beim Rausgehen verspürte ich plötzlich einen Schmerz in der Wade, dass ich dass Gefühl hatte, mir wird die Haut abgezogen. Die Ursache saß auch direkt hinter mit und sah mich aus großen Augen an: eines der Kätzchen hatte mich abgeschleckt, nur dass die Zunge weit rauer als Schmiergelpapier ist. Der ein oder andere von euch wurde vielleicht schon mal von einer Kuh abgeschleckt, die haben ja schon eine raue Zunge; so eine Gepardenzunge ist dann noch mal ein ganzes Stückchen schlimmer und tut wirklich ganz schön weh.

Zur Fütterung musste ich dann leider wieder raus...

Fütterungszeit bei den Cubs